


Brief & Rezept der inhaftierten Aktivistin auf Papier, das Rezept wird am Eröffnungstag und am 16. März gekocht, um gemeinsam Postkarten an politische Gefangene zu schreiben.
In dieser Arbeit leistet Brückner Pflegearbeit am Gebäude. Sie arbeitet in einem Raum, der eigentlich der Betrachtung verschlossen bleibt, der – wie einst das gesamte Innere des Bärenzwingers – auch heute nicht für die Besuchenden gedacht ist. Sie renovierte die Küche, die auch der Aufenthaltsraum der Exhibition Guides der Galerie Bärenzwinger ist – „care-taking“ im Hinterzimmer. Das Besondere daran ist, dass ihr künstlerischer Beitrag im Resultat verschwindet. Er wird als Solcher kaum wahrgenommen. Care-Arbeit, insbesondere die von Frauen und FLINTAS*, bleibt meist unsichtbar.
In der Küche ist ein Teil ihrer Serie Recipes for Freedom zu sehen. Dabei handelt es sich um Rezepte von Gerichten, die Gefangene nach ihrer Entlassung gemeinsam mit anderen kochen möchten. Neben der gemeinschaftsstiftenden, aber bisweilen auch ausgrenzenden Funktion von Esskulturen weitet Brückner den Blick auf die entfremdenden Prozesse unseres Straf- und Justizsystems. Das Rezept ist von der inhaftierten Klimaaktivistin Margaret. Klimaaktivisten sorgen sich um nicht nur die eigene Zukunft, sondern die Zukunft Aller und des Planeten. Und werden hierfür zunehmend stärker kriminalisiert. Schließlich werden auf diese Weise auch zugrundeliegende gesellschaftliche Probleme vor der Öffentlichkeit verborgen. Im Bärenzwinger zu sehen ist das Rezept der Klimaaktivistin Cressie. Sie kletterte am 20. Juli 2022 auf eine Autobahnbrücke über der britischen M25, zwei Tage nachdem im Vereinigten Königreich die höchste jemals registrierte Temperatur von 40,3 Grad Celsius gemessen wurde.
(Auszug aus Ausstellungstext) der Gruppenausstellung If my neighbour is okay, I’m okaymit Edna Al-Najar, Belia Zanna Geetha Brückner, Ece Cangüden und Elvis Osmanović
Photos von Wataru Murakami

Brief & Rezept der inhaftierten Aktivistin auf Papier, das Rezept wird am Eröffnungstag und am 16. März gekocht, um gemeinsam Postkarten an politische Gefangene zu schreiben.
In dieser Arbeit leistet Brückner Pflegearbeit am Gebäude. Sie arbeitet in einem Raum, der eigentlich der Betrachtung verschlossen bleibt, der – wie einst das gesamte Innere des Bärenzwingers – auch heute nicht für die Besuchenden gedacht ist. Sie renovierte die Küche, die auch der Aufenthaltsraum der Exhibition Guides der Galerie Bärenzwinger ist – „care-taking“ im Hinterzimmer. Das Besondere daran ist, dass ihr künstlerischer Beitrag im Resultat verschwindet. Er wird als Solcher kaum wahrgenommen. Care-Arbeit, insbesondere die von Frauen und FLINTAS*, bleibt meist unsichtbar.
In der Küche ist ein Teil ihrer Serie Recipes for Freedom zu sehen. Dabei handelt es sich um Rezepte von Gerichten, die Gefangene nach ihrer Entlassung gemeinsam mit anderen kochen möchten. Neben der gemeinschaftsstiftenden, aber bisweilen auch ausgrenzenden Funktion von Esskulturen weitet Brückner den Blick auf die entfremdenden Prozesse unseres Straf- und Justizsystems. Das Rezept ist von der inhaftierten Klimaaktivistin Margaret. Klimaaktivisten sorgen sich um nicht nur die eigene Zukunft, sondern die Zukunft Aller und des Planeten. Und werden hierfür zunehmend stärker kriminalisiert. Schließlich werden auf diese Weise auch zugrundeliegende gesellschaftliche Probleme vor der Öffentlichkeit verborgen. Im Bärenzwinger zu sehen ist das Rezept der Klimaaktivistin Cressie. Sie kletterte am 20. Juli 2022 auf eine Autobahnbrücke über der britischen M25, zwei Tage nachdem im Vereinigten Königreich die höchste jemals registrierte Temperatur von 40,3 Grad Celsius gemessen wurde.
(Auszug aus Ausstellungstext) der Gruppenausstellung If my neighbour is okay, I’m okaymit Edna Al-Najar, Belia Zanna Geetha Brückner, Ece Cangüden und Elvis Osmanović