Bei der Eröffnung von „A Good Theory on Theory“ in der GAK, Bremen wurde ein Käsekuchen zusammen mit einer Serviette serviert. Sie zeigt einen Auszug aus einem Brief, einer inhaftierten Klimaaktivistin aus Großbritannien.
Was ist das erste Gericht, dass Sie nach ihrer Entlassung mit Ihren Lieben kochen und essen möchten, wurden international inhaftierte Personen gefragt. Der Titel der Ausstellung ist Antonio Negri entliehen, der davon spricht, dass eine gute Theorie in der Theorie möglicherweise eine schlechte in der praktischen Anwendung ist. Der italienische Philosoph, Staatstheoretiker, Teil der radikalen linken Bewegung Autonomia Operaia sowie Autor, erlebte die Gefängnishaft am eigenen Leib, was sowohl sein persönliches Leben als auch sein theoretisches Werk beeinflusste. Auch Rezepte können als Theorien gelesen werden, die eine Umsetzung benötigen. Zugleich lassen sich Negris Ausführungen auf das System Gefängnis übertragen, das als Theorie zur sogenannten Resozialisierung plausibel klingt, in der Praxis in vielen Staaten jedoch nicht das einhalten kann, was es verspricht. So begibt sich a good theory in theory in das Spannungsfeld zwischen den politischen Funktionen von Esskulturen und dem Strafvollzugssystem: Gemeinsame Mahlzeiten stiften Geselligkeit, sie fördern Zugehörigkeit und Austausch untereinander und nicht selten werden am Essenstisch Konflikte gelöst, wichtige Entscheidungen getroffen, aber auch Erinnerungen geteilt. In deutschen Justizvollzugsanstalten werden Mahlzeiten kaum gemeinsam eingenommen.
(Auszug Maxie Kiwitter)
Photos: Franziska von den Driesch
2 Rezept für Käsekuchen
Inhaftiert in Deutschland
3 Feldsalat mit gebackenen Champignons
Inhaftiert in Deutschland
4. Detailansicht: Udon-Nudelsuppe mit Laonganma-Sauce und Tofu
War inhaftiert in Großbritannien.
5.Wasserkocher Couscous
L. ist inhaftiert in Großbritannien wegen Beteiligung in Klimaprotesten.
Bei der Eröffnung von „A Good Theory on Theory“ in der GAK, Bremen wurde ein Käsekuchen zusammen mit einer Serviette serviert. Sie zeigt einen Auszug aus einem Brief, einer inhaftierten Klimaaktivistin aus Großbritannien.
Was ist das erste Gericht, dass Sie nach ihrer Entlassung mit Ihren Lieben kochen und essen möchten, wurden international inhaftierte Personen gefragt. Der Titel der Ausstellung ist Antonio Negri entliehen, der davon spricht, dass eine gute Theorie in der Theorie möglicherweise eine schlechte in der praktischen Anwendung ist. Der italienische Philosoph, Staatstheoretiker, Teil der radikalen linken Bewegung Autonomia Operaia sowie Autor, erlebte die Gefängnishaft am eigenen Leib, was sowohl sein persönliches Leben als auch sein theoretisches Werk beeinflusste. Auch Rezepte können als Theorien gelesen werden, die eine Umsetzung benötigen. Zugleich lassen sich Negris Ausführungen auf das System Gefängnis übertragen, das als Theorie zur sogenannten Resozialisierung plausibel klingt, in der Praxis in vielen Staaten jedoch nicht das einhalten kann, was es verspricht. So begibt sich a good theory in theory in das Spannungsfeld zwischen den politischen Funktionen von Esskulturen und dem Strafvollzugssystem: Gemeinsame Mahlzeiten stiften Geselligkeit, sie fördern Zugehörigkeit und Austausch untereinander und nicht selten werden am Essenstisch Konflikte gelöst, wichtige Entscheidungen getroffen, aber auch Erinnerungen geteilt. In deutschen Justizvollzugsanstalten werden Mahlzeiten kaum gemeinsam eingenommen.
(Auszug Maxie Kiwitter)
Photos: Franziska von den Driesch
2 Rezept für Käsekuchen
Inhaftiert in Deutschland
3 Feldsalat mit gebackenen Champignons
Inhaftiert in Deutschland